Natives Olivenöl aus Italien

Ein sehr gutes Olivenöl ist gesund und vielfältig in Geruch und Geschmack: ob dezent-süßlich mit ausgeprägter, feiner Schärfe, fruchtig, moderat-bitter oder gar herb-würzig; mit Noten von Muskatnuss, Tomaten, Artischocke, frische Mandeln oder etwa Kaffee – das Spektrum an Aromen ist enorm.

Wir beziehen alle Nativen Olivenöle extra direkt von Ölbauern in Italien. Mit “Nativ” wird naturbelassenes Olivenöl bezeichnet. Der Zusatz “Extra” steht für die höchste Qualitätsstufe von nativem Olivenöl. Charakteristisch ist allen die Handschrift ihrer Ölmühle und die ausgewählten Olivensorten. Doch Vorsicht vor Schwindel! Nicht jedes Natives Olivenöl extra erfüllt die erforderlichen Kriterien an Geschmack und Qualität. Deshalb ist jedes einzelne Native Olivenöl extra, das sie bei Mercato Castello kaufen können, von internationalen Panels, wie Merum, Slowfood oder Gambero Rosso getestet und als erstklassig bewertet worden. Mercato Castello besucht die Olivenölbauern regelmäßig, um sich selbst von der Qualität der Herstellung zu überzeugen. Haben Sie Fragen? Wir haben die Antworten!

Weitere Informationen finden Sie bei den jeweiligen Produkten.

Neue Ernte 2019:

In Kürze sind wieder die frischen Olivenöle aus den Ölmühlen von Tenuta Zuppini und Trappèto di Caprafico (beide aus den Abruzzen), Intini und Schiralli (beide aus Apulien), Il Conventino di Monteciccardo (Marken), Decimi und Marfuga (beide aus Umbrien) in unserem Mercato erhältlich. Wenn Sie Anfragen haben, schreiben Sie uns einfach (info@mercato-castello.de) oder melden sich unter 06196/25308.

Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!

Marken

Natives Olivenöl Extra – Il Conventino di Monteciccardo

Toskana

Natives Olivenöl Extra – Collinare Toscano

Abruzzen

Natives Olivenöl Extra – Trappèto di Caprafico

Natives Olivenöl Extra – Oleificio Matalucci Ortenzia

Natives Olivenöl Extra – Zuppini

Unsere Produktbereiche

1. Was ist Olivenöl?

Olivenöl, auch Oleum olivarum genannt, ist ein Pflanzenöl aus dem Fruchtfleisch (manchmal auch aus Kernen) der Olive, der Frucht des Ölbaumes. Olivenöl enthält 98-99% fette Bestandteile, so genannte Triglyzeride, und 1-2% nicht-fette Substanzen. Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 legt die unterschiedlichen Qualitätskategorien für Olivenöl fest.

 

2. Was ist Natives Olivenöl?

Native Olivenöle sind Öle, die ausschließlich durch mechanische oder sonstige physikalische Verfahren unter Bedingungen gewonnen wurden, die nicht zu einer Verschlechterung des Öls führen, und die keine andere Behandlung erfahren haben als Waschen, Dekantieren, Zentrifugieren und Filtrieren, ausgenommen Öle, die durch Lösungsmittel, durch chemische oder biochemische Hilfsmittel oder durch Wiederveresterungsverfahren gewonnen wurden, sowie jede Mischung mit Ölen anderer Art.

 

3. Welche Qualitätskategorien gibt es für Olivenöl?

Anhang VII Teil VIII der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 sieht die nachfolgenden acht Bezeichnungen und Begriffsbestimmungen (Kategorien) für Olivenöl und Oliventresteröl vor (vgl. Dr. Hans-Jochen Fiebig, Dr. Torben Küchler – Qualität und Vermarktung von Olivenölen in der Europäischen Union, August 2018):

 

  1. a) Natives Olivenöl extra (Kategorie 1) – Natives Olivenöl mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von höchstens 0,8 g je 100 g sowie den sonstigen für diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.

 

  1. b) Natives Olivenöl (Kategorie 2) Natives Olivenöl mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von höchstens 2 g je 100 g sowie den sonstigen für diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.

 

  1. c) Lampantöl (Kategorie 3) Natives Olivenöl mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von mehr als 2 g je 100 g sowie den sonstigen für diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.

 

  1. d) Raffiniertes Olivenöl (Kategorie 4) – Durch Raffinieren von nativen Olivenölen gewonnenes Öl mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von höchstens 0,3 g je 100 g sowie den sonstigen für diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.

 

  1. e) Olivenöl (Kategorie 5) – Verschnitt von raffiniertem Olivenöl mit nativen Olivenölen, außer Lampantöl, mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von höchstens 1 g je 100 g sowie den sonstigen für diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.

 

  1. f) Rohes Oliventresteröl (Kategorie 6) – Öl aus Oliventrester, das durch Behandlung mit Lösungsmitteln oder auf physikalische Weise gewonnen wurde oder das, mit Ausnahme bestimmter Merkmale, Lampantöl entspricht sowie den sonstigen für diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen, mit Ausnahme von durch Wiederveresterungsverfahren gewonnenen oder durch Mischung mit Ölen anderer Art gewonnenen Ölen.

 

  1. g) Raffiniertes Oliventresteröl (Kategorie 7) – Durch Raffinieren von rohem Oliventresteröl gewonnenes Öl mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von höchstens 0,3 g je 100 g sowie den sonstigen für diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.

 

  1. h) Oliventresteröl (Kategorie 8) – Verschnitt von raffiniertem Oliventresteröl mit nativen Olivenölen, außer Lampantöl, mit einem Gehalt an freien Fettsäuren, berechnet als Ölsäure, von höchstens 1 g je 100 g sowie den sonstigen für diese Kategorie vorgesehenen Merkmalen.

 

4. In welchen Vorschriften sind die Regelungen zur Bestimmung der wesentlichen Merkmale der acht unterschiedlichen Olivenöle und Oliventresteröle enthalten?

Die sehr umfangreiche Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 vom 11. Juli 1991 über die Merkmale von Olivenölen und Oliventresterölen sowie die Verfahren zu ihrer Bestimmung (in derzeit geltender Fassung) legt die physikalischen, chemischen und organoleptischen (sensorischen) Merkmale der acht Olivenölkategorien sowie die Grenzwerte und die dazugehörigen Analyseverfahren fest. Sie legt neben den Analysemethoden vor allem die Grenzwerte für Qualitätsparameter und Identitäts- bzw. Reinheitsparameter (Vermischung mit Saatenölen, Raffination) fest, wie z.B. Gehalt an Fettsäureethylestern, Wachse, Gehalt an freien Fettsäuren Fettsäurezusammensetzung mit trans-Isomeren, Peroxidzahl und Parameter für viele andere chemische Stoffe (vgl. Dr. Hans-Jochen Fiebig, Dr. Torben Küchler – Qualität und Vermarktung von Olivenölen in der Europäischen Union, August 2018).

 

5. Welche Olivenöle dürfen dem Endverbraucher angeboten werden?

Gemäß Art. 78 Abs. 2, Anhang VII, Teil VIII der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 dürfen dem Endverbraucher nur die Kategorien Natives Olivenöl extra, Natives Olivenöl, Olivenöl und Oliventresteröl zum Kauf angeboten werden. Tatsächlich werden im Verkauf aber fast ausschließlich Öle der höchsten Kategorie Natives Olivenöl extra angeboten.

 

Die höchsten beiden Kategorien (1-2) sind Natives Olivenöl extra und Natives Olivenöl. Diese beiden Kategorien werden ausschließlich durch Pressung oder Zentrifugation und ohne übermäßige Temperatureinwirkung (Kaltpressung/Kaltextraktion) hergestellt. Auch das Olivenöl der Kategorie 3 (Lampantöl) ist ein natives Olivenöl, das aber nicht zum Verzehr geeignet ist, da z. B. die Höchstgehalte für die freien Fettsäuren, die Peroxidzahl, oder die Gehalte an halogenierten Lösungsmitteln überschritten sind. Lampantöl muss daher immer raffiniert werden und es entsteht hierdurch das Olivenöl der Kategorie 4 (Raffiniertes Olivenöl), das als Vollraffinat keinen typischen Olivenölgeschmack/-geruch mehr aufweist. Es darf nicht an Verbraucher abgegeben werden. Kategorie 5 umfasst das Olivenöl – bestehend aus raffinierten und nativen Olivenölen. Wie die Bezeichnung schon ausdrückt, handelt es sich hierbei um eine beliebige Mischung von raffiniertem Olivenöl der Kategorie 4 mit nativem Olivenöl der Kategorie 1 oder 2. Hierdurch erhält das Olivenöl zumindest teilweise wieder den typischen Olivenölgeschmack zurück. Ein bestimmtes Mischungsverhältnis ist jedoch nicht vorgeschrieben, so dass ein Olivenöl aus 1 % nativem Olivenöl und 99 % raffiniertem Olivenöl oder umgekehrt bestehen kann. Olivenöl der Kategorie 5 ist zum Verzehr geeignet. Das Rohe Oliventresteröl der Kategorie 6 ist hingegen nicht zum Verzehr geeignet, sondern wird durch Raffination zum Raffinierten Oliventresteröl (Kategorie 7). Auch dieses Öl ist nicht für den Verzehr freigegeben. Da auch dieses Öl nicht mehr nach Olivenöl schmeckt wird es wiederum mit beliebigen Anteilen von Nativem Olivenöl der Kategorie 1 oder 2 zum Oliventresteröl (Kategorie 8) gemischt und ist dann zum Verzehr geeignet.

 

6. Was macht ein Natives Olivenöl extra aus?

Im Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 2568/91 werden die Merkmale der Olivenöle in ihren jeweiligen Kategorien festgelegt. Neben der chemischen Analyse der Öle kommt der sensorischen (organoleptischen) Untersuchung der nativen Öle eine besondere Bedeutung zu. Die sensorische Prüfung von nativen Olivenölen wird von Prüfergruppen (Panels) mit acht bis zwölf Prüfern und einem Panelleiter durchgeführt. Es existieren drei verschiedene Arten von Prüfergruppen:

  1. a) Zugelassene (amtliche) Prüfergruppen in der amtlichen Lebensmittelüberwachung
  2. b) Anerkannte Prüfergruppen einer Berufs-, Branchenorganisation
  3. c) Andere Prüfergruppen

 

Anhang XII der Verordnung (EWG) Nr. 2568/91 definiert die negativen Attribute, die in einem nativen Olivenöl extra nicht vorhanden sein dürfen. Diese sind stichig-schlammig, modrig-feucht-erdig, wein- oder essig-artig, sauer-säuerlich, frostgeschädigte Oliven (feuchtes Holz) und ranzig. Diese negativen Attribute werden vom Prüfer als Mangel/Fehler gewertet. Darüber hinaus können unter Sonstige auch andere wahrnehmbare negative Attribute vom Prüfer angegeben werden.

 

7. Ist Natives Olivenöl extra ein für die Gesundheit wichtiges Nahrungsmittel?

Vollwertige Olivenöle sind nicht nur bessere sondern auch gesündere Olivenöle als industriell hergestellte Massenöle. Die Behauptung, dass Olivenöl gesund sei, ist somit nur bedingt richtig. Treffender ist die Aussage, Olivenöl ist gesund, wenn es bestimmte Qualitätskriterien erfüllt.

 

Wie bereits unter Frage 1 dargestellt, ist Olivenöl ein Fett oder chemisch ausgedrückt ein Triglyzerid, das zu 98-99% aus fetten und zu 1-2% aus nicht-fetten Substanzen besteht.

 

Fette Substanzen:

Man unterscheidet zwischen ungesättigten Fettsäuren, die rein pflanzlicher Natur sind, und gesättigten Fettsäuren, die meist tierischer Natur sind und dem menschlichen Organismus nicht besonders zuträglich sind.

Den größten und wichtigsten Anteil der fetten Substanzen eines nativen Olivenöls extra nimmt die Ölsäure – eine einfach ungesättigte Fettsäure – ein, nämlich zwischen 70-80%. Dieser Anteil ist im Vergleich zu anderen Fetten hoch (je höher dieser Anteil, umso flüssiger ist das Olivenöl).

Zudem hat sich gezeigt, dass gerade diese einfach ungesättigte Fettsäure den Cholesterin-Haushalt beim Menschen langfristig ins Gleichgewicht bringt. Wird der Cholesteringehalt  gesenkt, verringert sich das Auftreten von Herzkrankheiten. Die Ölsäure senkt dabei das „böse“ LDL-Cholesterin, das sich an den Innenwänden von Blutgefäßzellen ablagern und – wenn nicht wieder durch das „gute“ HDL-Cholesterin abtransportiert – zu Arteriosklerose und Herzinfarkt führen kann.  Die Ölsäure sorgt für ein günstiges Verhältnis zwischen LDL und HDL. Es hat sich zudem gezeigt, dass das LDL-Cholesterin außerdem bei Versuchspersonen, die eine an Ölsäure reiche Ernährung zu sich nehmen, widerstandfähiger gegen Oxidation ist. Dies ist wichtig, weil die Oxidation krebserregende Stoffe produziert.

Ca. 10%  nimmt bei Olivenöl die Linolsäure ein – eine doppelt ungesättigte Fettsäure.

Ungesättigte Fettsäuren dienen der Regulierung der Durchblutung, der Blutdruckregulierung und dem Schutz der Gefäßwände.

Der verbleibende Anteil setzt sich zusammen aus den gesättigten Fettsäuren wie Palmitinsäure (7-15%) und Stearinsäure (1,5-3,5%).

 

Nicht-fette Substanzen:

Dieser nicht-fette Teil eines Nativen Olivenöls extra besteht aus Stoffen, die für Ernährung und Gesundheit, aber auch für den Geruch und den Geschmack des Öls von Bedeutung sind. Wichtig für unsere Gesundheit sind vor allem die phenolischen Verbindungen und Vitamine.

Diese sehr gesunden Inhaltstoffe/Antioxidantien sind nur in naturbelassenem (unraffiniertem) Vergine-Ölen reich enthalten. Je frischer und hochwertiger ein Olivenöl ist, desto mehr Antioxidantien enthält es. Eine Rolle spielt hierfür neben der Qualität der Oliven,  die Sorgfalt bei der Extraktion und die Lagerung.

 

Vitamin E (Tocopherol)

Extra Vergine enthält ca. 120-430mg/kg a-Tocopherol. Ein niedriger Vitamin-E-Spiegel korreliert mit einem erhöhten Risiko für Prostata-, Hirn- und Lungenkrebs Darüber hinaus hat es positive Auswirkungen gegen Herz-/Gefäßerkrankungen.

 

Polyphenole

Der Gehalt an phenolischen Verbindungen im Olivenöl hängt vom Reifegrad und der Frische der Oliven sowie der Sorgfalt bei der Verarbeitung ab. Die phenolischen Verbindungen sind wirkungsvolle Antioxidantien. Zudem haben die Phenole im Olivenöl eine ausgeprägt entzündungshemmende Wirkung (ähnlich dem Wirkstoff Ibuprofen). Bei Extrakten von nativem Olivenöl zeigt sich außerdem eine unterdrückende Wirkung gegen ein Enzym (Xanthinoxidase), das an der Krebsentstehung beteiligt ist. Top-Olivenöle haben oft einen Polyphenol-Gehalt von 400-900 mg/kg. Laut der EU-Verordnung 432/2012 gilt für „Olivenöle mit einem Polyphenol-Gehalt von 250mg/kg, dass ihre Polyphenole dazu beitragen, die Blutfette vor oxidativem Stress zu schützen. Der Verbraucher muss dazu wissen, dass sich diese positive Wirkung bei einer täglichen Aufnahme von 20g Olivenöl einstellt“. Polyphenole verbessern also die Anpassungsfähigkeit der Gefäßwände an schnelle Schwankungen der Blutmenge und reduzieren oxidativen Stress als Hauptursache für Herzinfarkte. Die phenolische Verbindung Oleuropein ist ein antioxidativ wirkender Naturstoff des Olivenbaums, der nur in Olivenöl und Olivenblättern vorkommt. Es stimuliert die Zellerneuerung und schützt so nicht nur den Olivenbaum, der bis zu 1.000 Jahre alt werden kann, sondern auch das menschliche Gewebe und die menschliche Haut. Es unterdrückt zellschädigende Reaktionen und ist gut für die elastischen Fasern der Haut.

 

Sterine

Sterine sind ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembranen. Natives Olivenöl extra enthält ca. 1.130-2.650 mg/kg Sterine. Das wichtigste Sterin dabei ist mit 90-95% das Beta-Sitosterin. Dieses senkt das schlechte Blutcholesterin (LDL), nicht aber das gute HDL-Cholesterin, genauso wie die Ölsäure.

 

Triterpene

Triterpene gehören zu einer multipotenten Stoffklasse, die anti-oxidativ, anti-entzündlich, anti-tumoral, anti-bakteriell und anti-viral wirken. Sie werden vor allem über fettreiche Kost resorbiert, über Eiweiß im Blut transportiert und reichern sich in der Leber (fettreiches Gewebe), aber auch in Tumoren, an. Sie wirken sowohl präventiv (Leber und Herz) also auch heilend.

Ein wichtiger Vertreter der Triterpene ist Squalen. Olivenöl enthält 1.250-8.000mg/kg dieser wertvollen Substanz. Es ist ein häufiger Grundstoff in der Arznei- und Lebensmittelindustrie.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden:

1 Olivenöl ist gesund, wenn es bestimmte Qualitätskriterien erfüllt.

2 Regelmäßiger Genuss von Olivenöl beugt vor gegen

  • Koronare Herzkrankheit und Krebs
  • Zellalterung
  • Diabetes (führt zu günstigeren Blutzuckerprofil)
  • Übergewicht
  • Krebs und Gallensteine (durch Verringerung der Magensäuresekretion)
  • Hautkrebs
  • Verstopfung

 

8. Kann ich sicher sein, dass ein als Natives Olivenöl extra bezeichnetes Olivenöl auch wirklich Natives Olivenöl extra ist?

Die meisten nativen Öle halten der chemischen Überprüfung stand. Die vom Gesetz als Mindestmass geforderten chemischen Parameter sind leicht einzuhalten. Schwieriger hingegen ist die sensorische Analyse. Hier fallen die meisten bei einer Überprüfung durch ein professionelles Panel durch. Merum schreibt in dem Dossier Olivenöl S. 9 „Je schlechter der Verkoster, desto besser das Öl. Würde man diese Supermarkt-Verschnitte mal von einem Panel untersuchen lassen, der sich mit frischen, vollwertigen Löen auskennt und nicht ausschliesslich von solchen, die nur mit industriellen Abfüllungen zu tun haben, dann käme keines ungeschoren davon. Dennoch kommen diese industriellen Massenöle als Natives Olivenöl Extra in den (Super-) Markt.“

 

9. Wie erkenne ich beim Einkauf Natives Olivenöl extra?

Die korrekte Lebensmittelbezeichnung für den deutschen Markt lautet “Natives Olivenöl Extra” und muss auf dem Etikett aufgeführt sein. Nicht selten wird bei Olivenölen aus Italien auch die italienische Bezeichnung „Olio extra virgine“ (mit) aufgeführt. Übersetzt bedeutet das “extra jungfräulich”. Das am meisten naturbelassene Olivenöl ist somit das qualitativ beste Öl. Die Bezeichnung ersetzt aber nicht die ebenfalls aufzunehmende Ursprungsbezeichnung des Olivenöls, wie „Italien“. Es können auch geschützte Ursprungsbezeichnungen (rotes EU Siegel) oder auch eine geschützte geographische Angabe (blaues EU Siegel) aufgenommen werden. Außerdem sind Inverkehrbringer, Aufbewahrungsbedingungen (dunkel und kühl), Füllmenge, eine Mindesteshaltbarkeitsan­gabe und eine Nährwertkennzeichnung aufzuehmen. Handelt es sich um ein Bio-Olivenöl sind auch die Angaben über die biologische Produktion anzugeben.

 

10. Lässt sich von einer unrichtigen Etikettierung auf die Qualität des Olivenöls schliessen?

Allein nach der Etikettierung ein Olivenöl zu beurteilen, greift zu kurz. Ist beispielsweise ein Natives Olivenöl extra nur mit dem italienischen Begriff Olio di Oliva extra vergine bezeichnet, ist dies zwar nach der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 29/2012 mit Vermarktungsvorschriften für Olivenöl und der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (LMIV) unrichtig, lässt aber keinen Rückschluss auf die Qualität des Olivenöls selbst zu. Bei Zeitschriften wie Stiftung Warentest führen zwar Falschetikettierungen immer wieder zu schlechteren Qualitätsurteilen, doch ist dies nicht vertretbar. Die Qualität eines Olivenöls bestimmt sich ausschließlich nach den für die Kategorie Natives Olivenöl extra festgelegten Inhaltsstoffen und Merkmalen. Das bedeutet aber nicht, dass wenn das Etikett alle obligatorischen Angaben für ein Natives Olivenöl extra enthält, dieses auch wirklich ein solches ist (vgl. Punkt 5).

 

11. Weisen die Zusätze „kaltgepresst“ oder „erste Pressung“ bzw. „erste Kaltpressung“ oder „Kaltextraktion“ auf besondere Qualitätsmerkmale hin?

Bei den Zusätzen „kaltgepresst“ und „erste Pressung“ auf dem Etikett handelt es sich um Ergänzungen, die sich nicht in den Vermarktungsvorschriften der EU Verordnungen wiederfinden. Sie sagen über die Qualität des Olivenöls nichts aus, sondern sind ein Relikt aus vergangener Zeit. Die Begriffe stammen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damals wurde durch Gewicht und unter Hinzufügen von Wasser gepresst. Die erste Pressung war die gehaltvollste. Unter Hinzunahme von Wasser wurde der Olivenfruchtbrei weiter ausgewaschen und zu weiteren Pressungen verwendet. Nahm man hierzu warmes Wasser lösten sich aus dem Fruchtbrei vom Volumen her mehr Öl. Diese Pressverfahren gehören der Vergangenheit an. Werden diese Begrifflichkeiten heute noch auf Olivenöl Flaschen aufgeführt, ist dies nicht ein Zeichen von Seriosität und schon gar nicht von Qualität. Anders verhält es sich mit den Begrifflichkeiten „erste Kaltpressung“ und „Kaltextraktion“. Diese Begrifflichkeiten sind zumindest in der Verordnung (EU) 29/2012 unter Artikel 5 a) und b) aufgeführt. Nach Buchstabe a) ist die Angabe „erste Kaltpressung“ nur bei nativem Olivenöl extra und nativem Olivenöl zulässig, das durch die erste mechanische Pressung der Olivenmasse bei höchstens 27°C in einem traditionellen Extraktionssystem mit hydraulischer Presse gewonnen wurde. Die Angabe „Kaltextraktion“ ist nach Buchstabe b) nur bei nativem Olivenöl extra und nativem Olivenöl zulässig, das durch Perkolation oder Zentrifugierung der Olivenmasse bei höchstens 27°C gewonnen wurde. Wie aber die Vorschrift zeigt, sind beide Verfahren auch für die Herstellung von Nativen Olivenöl also nicht „extra vergine“ zulässig. Schon daraus ergibt sich, dass keine Rückschlüsse auf die Qualität möglich sind. Natives Olivenöl ohne „extra“ verfügt bereits über erhebliche sensorische Schwächen. Bei einer Temperatur von immerhin 27°C ist im Übrigen von erheblichen Qualitätseinbußen gegenüber einem bei deutlich niedrigeren Temperaturen gewonnenen Olivenöl auszugehen. Der dadurch hervorgerufene geringere Ertrag wird jeder Olivenbauer der Qualität wegen gerne akzeptieren.

 

12. Welche Olivenöle verkauft Mercato-Castello?

Mercato-Castello verkauft nur Native Olivenöle extra aus Italien. Das Auswahlverfahren ist sehr streng. Zunächst müssen die Olivenöle mindestens über 2 Jahre von anerkannten Organisationen wie Slow Food, Merum und Flos d’Olei als überdurchschnittlich bewertet werden. Dann besucht Monika Wiemer, die Geschäftsführerin von Mercato Castello, die Olivenbauern. Nicht selten findet der erste Kontakt auf Messen wie ProWein in Düsseldorf, Anuga in Köln oder vinitaly in Verona statt. Anschließend werden die Olivenbauern am Herstellungsort in Italien besucht. Kleinere Olivenölbauern besuchen ohnehin nicht die mit Kosten verbundenen Messen. Vor Ort werden die Olivenbaumhaine, Pressen, Lagerräume angeschaut und beurteilt. Die meisten Olivenölbauern bestehen sogar darauf, dass sie zeigen können, mit welchem Aufwand sie die Herstellung betreiben. Sind alle Punkte geklärt, einschließlich die der Versandmöglichkeiten, wird das Olivenöl und nicht selten auch weitere Produkte aufgenommen.

13. Sind italienische Olivenöle die besseren Olivenöle?

Nun, es gibt viele Länder die sehr gute Olivenöle herstellen. Doch in Italien wird die Herstellung von Olivenölen mit einem sehr großen Ehrgeiz und Aufwand betrieben. Nicht umsonst erzielen italienische Olivenöle der höchsten Qualitätsstufe die höchsten Preise. Die Qualität ist enorm. Doch das birgt natürlich auch Gefahren. So wird nicht selten italienisches Olivenöl gefälscht. Es gab in der Vergangenheit immer wieder spektakuläre Fälschungen. So wurde beispielsweise von griechischen Olivenölherstellern minderwertiges Olivenöl aus Griechenland auf Sizilien in einer Ölmühle abgefüllt und etikettiert, um es zu hohen Preisen auf den Markt zu bringen. Nicht umsonst werden mit hohem Werbeaufwand minderwertige Lebensmittel mit italienisch klingenden Namen von industriell geführten Lebensmittelkonzernen vermarktet. So gehören die Markennamen Bertolli, Carapelli, Sasso und Figaro zu dem international agierenden spanischen Hersteller, Abfüller und Vermarkter von Olivenöl deoleo S.A, der in 2017 10% Anteil des Weltmarktes abgedeckt hat. Hierbei handelt es sich also um italienisch klingende Namen aber keineswegs um italienisches Olivenöl. So wundert es einen auch nicht, dass 2009 Foodwatch das Produkt „Bertolli Pesto Verde“ für den „Goldenen Windbeutel“ als Auszeichnung für die dreisteste Werbelüge nominierte.  Als Begründung gab Foodwatch an, dass nur winzige Alibi-Mengen der beworbenen Zutaten Olivenöl und Pinienkerne im Pesto enthalten sind, tatsächlich aber die Hauptbestandteile Cashewnüsse und pflanzliches Öl sind. Damals gehörte Bertolli allerdings noch zum Unilever Konzern (vgl. Wikipedia, Bertolli). Um diesen Missbrauch italienischer Namensgebung für minderwertige Lebensmittel dem Verbraucher mehr ins Bewusstsein zu rufen, hat das italienische Ministerium für Wirtschaftsentwicklung 2017 die Kampagne “The True Italian Taste” ins Leben gerufen. Schwerpunkt der Kampagne ist der Kampf gegen das “Italian Sounding” und der damit verbundenen Suggestion Made in Italy-Produkte zu erwerben, der so getäuschte Verbraucher aber nur minderwertige Industrieware erhält.